Sep 21

Innerhalb von zehn Tagen haben User des wissenschaftlichen Serious Game “Foldit” die Struktur der sogenannten “Retroviralen Protease” – dem Schlüssel zur Reproduktion des HI-Virus – aufgedeckt. Durch das bessere Verständnis der Molekularstruktur und deren Aufbau könnte ein wesentlicher Durchbruch bei der Bekämpfung der Immunschwäche gelingen. Das Spiel gibt es seit 2008. Hintergrund ist, dass Rechner mit ihren Algorithmen die gestellten Aufgaben nur schwer lösen können, während Menschen unsinnige Verbindungen schneller erkennen. Derzeit spielen etwa 60.000 Menschen weltweit dieses Spiel – oft ohne jeglichen medizinischen oder biochemischen Vorkenntnisse.

“Foldit ist ein extrem prominentes und hervorragendes Beispiel für Serious Games, bzw. Gamification. Es ist eine Art Crowdsourcing was das Problem des Spatial Reasoning angeht, das heißt, ein Problem – in diesem Fall das Problem des Faltens der Proteine – wird an 10.000 oder mehr Amateure weitergegeben. Im richtigen Setting ist diese Methode besser und effektiver, als wenn sich zehn der besten Köpfe damit beschäftigen”, so Steffen P. Walz vom Games & Experimental Entertainment Laboratory Europe der RMIT University im Gespräch mit pressetext. Walz findet die neue Entwicklung im Bereich der HIV-Forschung “fantastisch”.

Gamer helfen Forschern

Zoran Popovic, Erfinder von Foldit, hofft, mit ersten Ergebnissen die Kritiker davon zu überzeugen, dass wissenschaftliche Spiele zu wichtigen Durchbrüchen führen. Das hat Foldit nunmehr spielend bewiesen, denn der Aufbau der Retroviralen Protease war den Forschern seit mehr als zehn Jahren ein Rätsel. Zu sehen, wie sich dieses Protein aufbaut, gibt Forschern ein Werkzeug in die Hand, um dieses Wachstum künftig medikamentös einzubremsen.

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