Aug 29

Computerspiele machen Spaß, Lernen weniger. Die Verbindung von beidem zu Serious Games hat viel Potenzial und erobert auch Österreichs Schulen. Natürlich nicht als Ersatz für andere Lehrmittel wie Schulbücher.

Der Roboter Ludwig ist auf der Erde gestrandet. Um die Heimreise antreten zu können, benötigt er neue Energie. In dem gleichnamigen Adventure-Game begeben sich Spieler ab elf Jahren mit Ludwig auf die Suche nach geeigneten Energiequellen. Das Spiel mit seiner aufwendigen 3-D-Grafik kommt bei Kindern gut an – und das, obwohl der Inhalt auf dem offiziellen Lehrplan für den Physikunterricht der fünften bis achten Schulstufe basiert. Und in Österreich wird das Spiel ab dem Schulstart im Herbst auch tatsächlich an einigen Schulen im Unterricht eingesetzt. Natürlich nicht als Ersatz für andere Lehrmittel wie das klassische Schulbuch, erklärt Jörg Hofstätter von dem Entwickler des Spiels, Ovos, im Gespräch mit der „Presse am Sonntag“. Das wäre auch gar nicht möglich, denn Ludwig deckt nur einen Bereich des Lehrinhalts ab, nämlich jenen für erneuerbare Energien.

Serious Games wie Ludwig sollen vielmehr als „Appetitanreger“ dienen, meint Hofstätter. Sozusagen das Interesse an einem Thema wecken und Lust auf das Lernen machen. Das kann nur dann gelingen, wenn ein Lernspiel jenen Spielen möglichst ähnlich ist, die Kinder auch daheim gern spielen. „Eine der größten Schwächen von Serious Games ist die optische Aufmachung“, erklärt Hofstätter. Bei Ludwig wurde deshalb gerade auch auf das Design viel Wert gelegt. Bei einem guten Lernspiel sei es außerdem wichtig, dass das Spielziel mit dem Lernziel übereinstimme, dass also beide Elemente verschmelzen. Oft sind solche Spiele so aufgebaut, dass sich kurze Spieleinheiten mit Prüfungs- und Übungsbögen abwechseln.

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