Jul 27

Linda Breitlauch, Medienwissenschaftlerin und Professorin für Gamedesign an der Mediadesign Hochschule in Düsseldorf, im Interview zum Thema Serious Games und dem kontrovers diskutierten Spiel “1378 (km)”.

Das Brisante im Spiel “1378 (km)” ist: Der Spieler kann nicht nur als ‘Republikflüchtiger’ versuchen, den Todesstreifen zu überwinden, sondern auch in der Rolle eines DDR-Grenzschützers Jagd auf die Flüchtlinge machen. Das Spiel wurde von dem Studenten Jens M. Stober entwickelt und sollte eigentlich zum Denken anstoßen, doch das Gegenteil war der Fall: Das Spiel sorgte bei Opferverbänden, Historikern und in der internationalen Presse für Empörung.

Q HISTORY: Bei mir am Telefon ist jetzt Linda Breitlauch, Medienwissenschaftlerin und Professorin für Gamedesign an der Mediadesign Hochschule in Düsseldorf.
Frau Breitlauch, die Diskussion um 1378 (km) ist sehr schnell hoch gekocht und ins Unsachliche abgeglitten. Woran lag das?

Linda Breitlauch: Ich denke das hat damit zu tun, dass sich die Meisten gar nicht damit beschäftigt haben. Der Wunsch der Macher war ja letzten Endes, zu zeigen, wie man sich wohl fühlen kann in so einer Situation – wenn Sie da stundenlang diesen Zaun entlang gehen. Das ist ja alles möglichst authentisch nachgebildet gewesen. Der Wunsch dahinter war ja eigentlich, Aufmerksamkeit zu erwecken. Zu sagen: “Stellt euch mal vor, was Menschen damals durchgemacht haben.” Dass man dieses Szenario auf beiden Seiten erleben kann, also sowohl als Flüchtling als auch als Grenzschützer, sollte ja darauf hinweisen, dass im Prinzip beide damals mit der Situation irgendwie umgehen mussten.

Ich glaube das Entsetzen ist wohl nur deshalb so hoch geschlagen, weil man theoretisch eben auch einen Mauerschützen spielen kann.

Lesen Sie hier das gesamte Interview

 

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