Lernen kann Spaß machen, beweisen sogenannte Serious Games immer wieder. Die besten wurden gerade ausgezeichnet, allen voran eines, das sich an Analphabeten richtet.
Alex ist auf der Suche nach Arbeit, gemeinsam mit seiner kranken Mutter lebt er in einer kleinen Wohnung. Als ein Brief der Bank die Zwangsräumung androht, fällt Alex in Ohnmacht – und als er aufwacht, findet er sich vor den Toren einer mittelalterlichen Stadt wieder. Als sei das nicht schon seltsam genug, spricht ihn auch noch eine Ratte an. Mit ihrer Hilfe erkennt Alex, dass seine Fähigkeiten in der Stadt sehr gefragt sind. Schon bald unterstützt er die Bewohner im Lesen, Schreiben und Rechnen. Vielleicht können sie ihm ja helfen, in seine eigene Welt zurückzufinden.
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Alex ist der Hauptdarsteller von Winterfest, einem Computerspiel, das gerade auf der Cebit den Serious Games Award gewann. Das kostenlose PC-Spiel richtet sich an funktionale Analphabeten und will ihnen mit dem Mitteln der Adventuregames dabei helfen, ihr Problem zu überwinden.
Serious Games wie Winterfest werden heutzutage in den unterschiedlichsten Bereichen eingesetzt: in Bildung und Weiterbildung, in Wirtschaft, Gesundheitsvorsorge und politischer Wissensvermittlung.
Sie tragen damit auch dazu bei, dass Computerspiele in der deutschen Öffentlichkeit differenzierter wahrgenommen werden als noch vor einigen Jahren. Zwar gibt es immer noch Stimmen, die Games auf Zeitverschwendung und Aggression reduzieren möchten. Doch werden es weniger – auch, weil immer mehr Deutsche mit Lernspielen in Kontakt kommen.
“Serious Games drehen sich nicht mehr nur um klassische Themen wie Energie, Klima, Sicherheit oder Wahlen”, sagt Stefan Göbel, Jurymitglied und Lernspielforscher an der TU Darmstadt. “Auch in der Aus-, Weiter- und Fortbildung werden sie immer wichtiger.”
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Bei Weitem nicht allen Serious Games gelingt die Balance zwischen Lernen und Spielspaß. Oft dient der Begriff auch nur als Werbeplakette, um simpel gestrickte Abfragespiele zu adeln. Besonders bei Lernspielen für Kinder klafften Anspruch und Wirklichkeit häufig auseinander, sagt Jörg Müller-Lietzkow, Professor für Medienorganisation und Mediensysteme an der Universität Paderborn. Er appelliert an Entwicklerfirmen, Inhalt und Form besser aufeinander abzustimmen. “Sinnvoll wäre auch, wenn die Unterhaltungssoftware Selbstkontrolle den Auftrag erhielte, präzise Altersempfehlungen auszusprechen, statt nur mit Alterseinschränkungen zu arbeiten.”
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