Wolfsrudel toben durch das von einer Schneekatastrophe entvölkerte München, ein Hurrikan lässt den Kölner Dom einstürzen – das PC-Spiel “Emergency 2012″ ist eine aufwendig animierte Klimawandel-Katastrophe. Sie begeistert aber nicht nur Action-Fans, auch professionelle Einsatzkräfte wie Feuerwehrleute, Notärzte oder Polizisten üben mit dem Spiel den Ernstfall. Als Einsatzleiter koordinieren sie am PC Hilfskräfte und Rettungsfahrzeuge. Es geht darum, virtuelle Menschenleben zu retten und Krisen unter Kontrolle zu bringen. Attraktiv gestalteten Lernspielen, sogenannten Serious Games, prognostiziert Professor Gernold Frank in der Aus- und Weiterbildung sehr gute Marktchancen.
An der Hochschule für Technik und Wirtschaft in Berlin lehrt er Arbeits- und Personalmanagement und forscht seit vielen Jahren zum Thema E-Learning. “Der Einsatz von virtuellen Trainingswelten wird in den nächsten Jahren intensiv zunehmen”, ist der Weiterbildungs-Experte überzeugt. Das gilt insbesondere für das Notfall- und Krisentraining: Nur im Cyberspace kann man bei einem Terroranschlag gefahrlos Strategien ausprobieren und aus Fehlern lernen, ohne dass es gleich Tote und Verletzte gibt. Schon heute trainiert die Bundeswehr ihre Soldaten am PC für den Einsatz in Afghanistan.
Auch für die betriebliche Weiterbildung in Unternehmen eröffnen sich Einsatzfelder für spielerisches Lernen – beispielsweise interkulturelles Training bei einem simulierten Dinner mit japanischen Geschäftspartnern oder Nachhilfe im Projektmanagement. Die Beratungs- und Prüfungsgesellschaft Deloitte schult angehende Projektleiter seit einem Jahr in der “Sharkworld”. Hier geht es darum, mitten in Shanghai ein Großaquarium mit Haien zu errichten. Wie im richtigen Manager-Alltag müssen die Teilnehmer kurzfristig auf E-Mails und SMS reagieren oder zur virtuellen Baustellenbesichtigung nach Shanghai reisen.
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